Webtex Patrol Pack

 

 

Die Produkte von WebTex sind uns schon öfter durch ihr ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis aufgefallen. Heute nehmen wir uns den Webtex Patrol Pack vor, den Nachbau des Patrol Packs der als Daypack dienstlich an die britischen Streitkräfte geht. Mit seinen 38 Litern ist er dabei aber schon am oberen Ende der Größenskala für diesen Aufgabenbereich angesiedelt. Daher ist es nicht verwunderlich daß er in der Truppe häufig als Rucksack für die Truppausstattung z.B. das Funkgerät verwendet wird. Gleich vorweg: Wer eine Alternative für den Munro als Escapepack sucht, der ist hier an der falschen Adresse. Der Patrol Pack fällt deutlich "massiger" aus und dürfte unter keinen Rucksackdeckel mehr passen.

 

     

 

Das Material ist wie gewohnt gut. 1000D Cordura mit Innenbeschichtung sagen über die Robustheit des Packs alles. Die Nähte sind ordentlich und an allen wichtigen Stellen verstärkt, das übrige Material (Gurtbänder, Schließen, Schnallen etc.) ist von durchschnittlicher Qualität. Was am Patrol Pack gefällt sind die kleinen Detaillösungen, dazu später mehr.

 

Der Patrol Pack ist ein Toploader mit festem Deckel. Von der Form erinnert er entfernt an einen geschrumpften PLCE Rucksack. Der Deckel verfügt über zwei übereinanderliegende Fächer. Das untere ist dabei in den Deckel integriert, das obere aufgesetzt. Beide sind durch einen Frontreissverschluß zugänglich und bieten akzeptablen Platz für allerlei Kleinkram. Beide RV verfügen über Abdeckleisten. Auf der oberen Tasche sind noch zwei Schlaufen für zusätzliches Material angebracht. Verschlossen wird der Rucksack mit zwei Steckschließen. Die Bänder der Steckschließen verfügen über eine kleine Klettschlaufe mit der man das Band weiter unten fixieren kann, so daß nichts herumbaumelt. Im Übrigen prangt sehr groß das Web-Tex Logo auf der Front. Obwohl die Stickerei hochwertig ist würde sie mich persönlich stören. Entfernen kann man sie jedoch nicht so einfach, da man an die Rückseite (dank doppellagigem Material) nicht herankommt.

 

              

 

Der Hauptkörper wird mit einer Schürze aus Polyester (beschichtet) und einem Tanka verschlossen und noch mit einem weiteren Zugband angepasst. Es befindet sich keinerlei Unterteilung im Hauptfach. Frontal befinden sich zwei Reihen aus Gurtband mit jeweils sechs Schlaufen am Rucksackkörper. Hier kann problemlos eine Tasche oder ein Gummizug (siehe Munro) eingeschlauft werden. Auf dem Boden des Packs finden sich vier weitere Schlaufen, wie man es vom PLCE gewöhnt ist.

 

  

 

Der Rücken ist mit ca. 5mm dünn gepolstert. Er verfügt über kein Tragesystem oder Verstärkung so daß man aufpassen muß wie man packt. Sonst kann es schnell passieren daß man einen "Fussball" am Rücken hat. Ein kleines Schildchen für Beschriftungen, oder die beliebten Einheitsstempel ist vorhanden.

 

  

 

Die Rucksackträger sind mit ca. 7mm etwas besser gepolstert als der Rücken, haben jedoch keinerlei Anzugsverstellung (was bei 38 Litern ja auch nicht wirklich notwendig ist). Ganz klarer Schwachpunkt des Rucksacks ist der Punkt an dem die Träger in den Hauptkörper eingenäht sind. Auch von innen ist an dieser Stelle keine weitere Verstärkung zu erkennen. Auf dem unteren Abschnitt findet sich jedoch beidseitig eine Gurtschlaufe, für einen Karabiner oder sinnvoller eine Halterung für den Trinkschlauch. Dem Gurtband für die Trägerverstellung wurde eine Zugschlaufe spendiert, was beim anlegen sehr hilfreich ist. Der Patrol Pack verfügt (anders als beim Original ?) über keinen Hüftgurt. Vielmehr sind (wie beim Original zusätzlich) zwei breite Schlaufen angebracht durch die man sich seinen eigenen Hüftgurt (in unserem Bild ein PLCE Koppel) ziehen kann. Ich persönlich halte das für eine gute Idee, denn auf die üblichen dünnen Gurtbänder als Hüftgurt kann ich gerne verzichten.

 

 

Den Abschluß unseres Reviews bilden die Seitentaschen. Sie haben etwa das Volumen der Seitentaschen des BW-Kampfrucksacks und werden oben mit einer Steckschließe verschlossen. Lobenswert zu erwähnen daß jede Tasche auch wieder eine Schürze aus Polyester hat, was das Eindringen von Wasser - aber vor allem Dreck - zumindest verzögern sollte. Seitlich sind wieder zwei Gurtbandreihen angebracht. Die Taschen sind weder abnehmbar, noch komprimierbar. Doch mit etwas Gurtband und Einfallsreichtum kann man die vielen Schlaufen zweifelsfrei dazu nutzen sich selbst eine Komprimierung zu bauen. P.S.: Wer den Patrolpack doch als Escapepack umbauen will - die Seitentaschen sind nur aufgesetzt und lassen sich leicht entfernen.

 

  

 

Fazit: Am Patrol Pack gefällt besonders der Deckel mit seiner zweifachen Unterteilung. Auch die vielen intelligenten Details wie die Schürzen und Bänder sind gelungen. Negativ fällt jedoch das fehlende Rückensystem sowie die Rucksackträger auf. Für den Preis von 80 EUR bekommt man einen ordentlichen Rucksack, obwohl 80 EUR eigentlich schon etwas zuviel ist. Am Patrol Pack kann man zweifelsfrei lange Spaß haben, für meinen Geschmack ist er für einen Daypack jedoch etwas zu groß und für einen "echten" Patrol Pack zu klein.

 

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