Artikel: SOG Flash II
Hersteller: SOG Speciality Knifes and Tools
Version: Gen. 2
Review vom: 06.09.2011

SOG Flash II

Heute werfen wir einen Blick auf das SOG Flash II in der Gen 2 Version.

Dieses Review behandelt nicht das deutsche Waffenrecht, es ist Aufgabe jedes Einzelnen sich damit zu befassen und es entsprechend umzusetzen. Hier geht es nur um das Messer und seine Möglichkeiten.

 Die Firma SOG Speciality Knives & Tools wurde 1986 in einem kleinen Apartment in Santa Monica, USA gegründet. Von seinem damals einzigen Produkt, einer Kopie des SOG Militärmessers aus der Vietnam-Ära, bekam das kleine Unternehmen seinen Namen. Seitdem hat sich viel getan, bekannt ist SOG wohl vor allem dafür das sie Taucher- und Kampfmesser für die US Navy SEALs liefert. Mit diesem Argument macht SOG natürlich viel Werbung und man fragt sich ob hier nicht viel Rauch um nichts gemacht wird. Höchste Zeit also ein SOG Messer zu testen.  

Das Flash II der neuen Generation unterscheidet sich von seinem Vorgänger durch einen runden Sperrknopf (vorher viereckig) und weniger scharfe Kanten am Griffstück. Das Messer existiert in unzähligen Kombinationen von Griffstücken, Klingenformen und Farben, mit und ohne Wellenschliff etc. Wir haben uns hier für das Modell mit partiellem Wellenschliff, matt-schwarzer Titan-Nitrid Beschichtung und glasfaserverstärktem Kunststoffgriffstück entschieden. Der Ersteindruck ist sehr gut. Das Flash II sieht böse und aggressiv aus macht aber trotz des Kunststoffgriffstücks einen überaus robusten Eindruck. Das Öffnen des Messers ist Dank SAT (SOG Assisted Technology) ein Kinderspiel. Man muß die Klinge nur etwa 1 cm anschieben und schon klappt sie federgelagert kraftvoll und sicher vollständig aus und arretiert. Eine gelungene Erfindung welche m.E. die ganze Benutzung als Einhandmesser sicherer macht. Denn im Gegensatz zu konventionellen Klappmessern, bei denen man doch irgendwie immer versucht ist die Klinge mittels Fliehkraft - zumindest das letzte Stück - aus dem Heft zu schleudern bleibt die Hand beim SAT Mechanismus ruhig an seinem Fleck. Kein Rumwirbeln, keine Verletzungsgefahr.  

        

Apropos Verletzungsgefahr. Die Droppoint Klinge kommt ab Werk verdammt scharf an. Mit 8,9 cm Klingenlänge und davon 3,8 cm Wellenschliff hält dem Flash II nichts sonderlich lange stand. Der AUS-8 Stahl wurde sorgfältig mit der überraschend abriebfesten Titan-Nitrid Beschichtung versehen und sitzt mit recht geringem Spiel im Heft. Möchte man die Klinge nun wieder schließen schiebt man den Arretierungsknopf nach hinten und Klappt die Kinge wieder ein. Dabei muss man natürlich die Feder wieder spannen, was bedeutet das ein kleiner Widerstand zu überwinden ist. Mit etwas Übung lässt sich das aber problemlos mit einer Hand bewerkstelligen. Im Übrigen ist das Flash II auch von Linkshändern zu bedienbar. Eingeklappt hat man nun noch die Möglichkeit mittels eines kleinen Sicherungsstifts das ganze Messer zu "sichern", sprich ein versehentliches Ausklappen unmöglich zu machen. Was auf den ersten Blick wie eine gute Idee aussieht, entpuppt sich in der Praxis eher als Konzession an das amerikanische Produkthaftungsrecht. Wahrscheinlich hat SOG einfach nur Angst das ein unbedarfter Mensch mit dem SAT nicht klar kommt und sich um ein paar Finger erleichtert - die er dann natürlich für teuer Geld einklagen kann. Also spendierte man lieber eine Sicherung. In Messerkreisen gilt diese nicht zu Unrecht als obsolet und überflüssig und wird regelmäßig mit Sekundenkleber zugeklebt. Mir persönlich gefällt es nicht an einem Klappmesser mit Leim etwas zu verschmieren, also hab ich die Sicherung kurzerhand ausgebaut.

In den folgenden Bildern sieht man wie einfach das geht. Zunächst öffnet man das Messer und entfernt dann die 4 Inbusschrauben des Gehäuses, dann die Achsenschraube am Drehpunkt. Man lege das Messer mit der Sicherung nach oben flach auf den Tisch und hebe die obere Griffschale nun vorsichtig ab. Vorsicht sollte man walten lassen damit das SAT nicht den Abflug macht und mühsam wieder zusammengesetzt werden will. Nun entferne man einfach das komplette Sicherungsstück und baue das Messer wieder zusammen. Sollte sich das Messer danach nicht mehr so leichtgängig öffnen, hat man die Achsschraube zu fest angezogen, einfach ein wenig nach regulieren.  

           

Das Griffstück ist 12cm lang und 3,5cm breit was für ein Klappmesser nicht wenig ist. Entsprechend gut liegt es in der Hand, zwei Griffmulden und das gut aussehende Fischhautmuster tragen zur sicheren Handhabung bei. Filigran und unaufdringlich ist das SOG Logo eingelassen. Natürlich besteht das Griffstück aus zwei Schalen, und man müsste lügen um zu behaupten das man das nicht sieht. Aber die Tolleranzen sind eng und die Teile passen sehr gut aneinander. Insgesamt wirkt der Kunststoff sehr robust und langlebig, seinen Hauptvorteil kann er aber im Gewicht ausspielen, denn das ist minimal. So schlägt das ganze Messer auch nur mit 88 Gramm Gewicht zu Buche, was für ein Messer dieser Größe sehr gut ist.

        

Ein weiterer Vorteil des Flash II ist sein Clip. Der ist von links nach rechts wechselbar (über eine der Schrauben von vorhin) und sitzt ganz am Ende des Flash II. Damit kann man das Messer so tief in eine Hosentasche etc. stecken daß nur noch der Clip rausschaut. Unauffällig aber auch maximal sicher verwahrt. Durch die Clipform lässt sich das Flash II dennoch zügig und zuverlässig ziehen und wieder wegstecken. 

Fazit: Das SOG Flash II schlägt in den USA mit etwa 75 $ zu Buche, das sind etwa 53 EUR. Hierzulande legt man bereits 85 EUR und mehr auf den Tisch. Dennoch, das Flash II punktet in allen Kategorien - Gewicht, Klinge, Öffnungsmechanismus und Clip. Ein zuverlässiger Begleiter für leichte bis mittelschwere Arbeiten - wenn man es günstig bekommt.

 

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