KHS Kommandofeldjacke

Eine Feldjacke zu tragen - darüber denke ich schon länger nach. Doch welches Modell ? Über die normale Bundeswehr Feldjacke müssen wir nicht reden, das KSK benutzt Modelle von Arktis und ist damit offenkundig nicht sonderlich zufrieden (Wie zum Geier können Bandgenähte Knöpfe abreissen ?!?). Die Fernspähjacke von Miltec kostet satte 150 EURO (und Miltec bleibt halt Miltec...) fiel der Blick auf KHS.  Die KHS Kommandofeldjacke kostet allerdings auch zwischen 130 bis 140 EURO und so habe ich bisher die Finger davon gelassen - doch nun bietet Recon Company die Jacke für 99 EURO an (Nur die Größen XL und XXL lieferbar). Da mußte ich natürlich zuschlagen.

Der Erste Eindruck: Hoppla ist das Teil schwer ! Es bringt problemlos 1,3 bis 1,5 Kg auf die Wage, das liegt am schweren Stoff. Orig. BW Flecktarn Köber 80% Baumwolle / 20% Polyester mit Infrarotfilterbeschichtung. Als nächstes fallen die vielen Taschen und Reissverschlüsse auf, man weiß gar nicht wo man zuerst hinsehen soll. Doch nun mal langsam und systematisch.

      

Die Jacke fällt sehr groß aus, das muß so sein damit man noch das Unterziehfutter (z.B. BW Wärmeschutz) drunter bekommt. Das Konzept der Jacke besagt ja daß man sie im Sommer direkt aufs T-Shirt ziehen soll, ohne Feldbluse. Gehen wir mal von oben nach unten. Im Stehkragen ist eine zusammenrollbare Kapuze untergebracht, die nicht nur aus einer dünnen Lage Stoff besteht, sondern Aus dem BW-Stoff, einer Nylonunterlegung und zum Abschluß ein sehr weiches und angenehmes Nylongewebe zur Haut hin hat. Die Kapuze ist sehr groß, es sollte möglich sein sie mit Helm zu tragen. Gut mitgedacht von KHS: an der Rückseite ist über eine Schnalle die Verstellmöglichkeit der Kapuze adaptiert, so daß sie nicht ins Sichtfeld ragt. Ausserdem ist sie steif genug um vorn an der Stirnseite wie eine Art kleine "Schiebermütze" hervorzuragen und Regen so optimal abzuhalten. (Sowas würde man sich am Nässeschutz wünschen...)  Die Kapuze ist natürlich über einen Tanka und Kordelzug an zwei Stellen verstellbar und wird mit vier Druckknöpfen im Kragen gehalten. Dadurch hat man kein lästiges Gefummel wenn man die Kapuze rausholen will - es läßt sich einfach mit einer Hand bewerkstelligen.

     

Gehen wir weiter - die Schulterpartie ist ähnlich wie die Kapuze konstruiert um das Wasser abzuhalten, ausserdem ist sie dadurch etwas dicker was aber sicher keine sonderliche Federung bei Rucksäcken bewirkt. Es fällt auf das es keine Schlaufen für Dienstgradabzeichen gibt. Schliessen läßt sich die Jacke über einen massiven Plastikreissverschluß, mit großen (also unempfindlichen) Zähnen. Das trifft im Übrigen für (fast) alle Reissverschlüsse zu - hier hat KHS nicht gespart. Der Frontverschluß wird von einer breiten Abdeckleiste verdeckt, die mit Klett und Knöpfen geschlossen werden kann. Auf der Leiste ist im Brustbereich auch ein Klettstück für das Dienstgradabzeichen angebracht. Auf der Brust prangen links und rechts lange Klettaufnahmen für Namen und sonstigen Kram.

     

Die zwei Brusttaschen sind sehr groß und jeweils mit einem Standard BW Knopf verschlossen. Schade. Bandgenähte Knöpfe hätte ich mir an dieser Stelle wirklich gewünscht. Dafür sind die Öffnungen oben nicht einfach nur offen - wenn man die Tasche Schließt, klappt man automatisch einen Überhang mit runter und macht die Tasche damit wirklich dicht. Sehr gut mitgedacht ! Ausserdem ist in jeder der Brusttaschen ein D-Ring eingenäht (Metall !) mit dem man wichtiges Zeug noch zusätzlich mit einer Fangschnur sichern kann. Neben den Taschen sind jeweils Reissverschlüsse für die (hinter den aufgesetzten Brusttaschen liegenden ) Innentaschen. Doch damit nicht genug - links und rechts dahinter ist jeweils nochmal eine seperate Innentasche die jedoch nur von Innen zugänglich ist. Dazu ist auf der rechten Seite auch noch ein mit Reissverschluß geschlossener Durchgriff - man muß die Jacke also nicht öffnen wenn man an die (Inneren) Innentaschen will.

  

Im Tallienbereich befindet sich wieder der obligatorische Kordelzug mit Tankas zur Weitenverstellung, die liegt aber in einer Art Schlauch außen.... den Sinn darin habe ich nicht verstanden. Links und rechts von der Tallie bis unter die Arme ist zudem noch ein dünnerer Reissverschluß (die einzigen dünnen) mit denen man die Jacke sehr weit öffnen kann. Ich vermute um besser an die Wilderertasche zu kommen (dazu später mehr). Ausserdem kann man sich so auch ein bischen Klimatisieren. *G*

     

Die Arme. Oben das Nationalitätsabzeichen (festgenäht) darunter jeweils eine Tasche. Links eine flache, aufgesetzte mit BW Knopf (für Schreibmaterialien o.ä.) rechts eine größere, mit zwei Druckknöpfen auf die Länge einstellbare und sehr dicke Tasche. Unter den beiden Armtaschen beginnt eine aufgenähte Verstärkung des Stoffs zur Armaußenseite hin, warum das mit einem recht breiten oliven Rand erfolgen mußte kann ich nicht nachvollziehen, sieht aber nicht so schlecht aus. In den Ärmeln ist in Höhe der Handgelenke nochmal ein interessantes Feature - eingenähte Bündchen ! Ich vermute um die Ärmel windichter zu machen. den Abschluß bildet BW typisch ein Klettband am Handgelenk.

Neben dem Frontreissverschluß haben wir links und rechts jeweils nochmal eine groß Tasche, im Format der Brusttaschen, auch mit D-Ring und mit der überlappenden Abdeckung. Aber auch hier wieder nur Standard BW Knöpfe. Daneben nochmal jeweils eine Tasche in der selben Größe, jedoch diesmal ohne die überlappende Abdeckung, aber wieder mit D-Ring. Also haben wir in der Front-Seitenpartie unterhalb der Tallie schonmal 4 Taschen. Hinter den Taschen ist beidseitig mal wieder ein breiter Reissverschluß, der die lange Innentasche hinter den aufgesetzten Taschen freigibt - und zwar nach vorn und nach hinten.

  

Hinten ist nun die letzte äussere Tasche, sie bedeckt den gesamten Hintern und wird mit 3 Knöpfen verschlossen. Alles was nirgendwo anders reinpaßt findet hier mit Sicherheit Platz. Der Verschluß ist wieder mit der überlappenden Abdeckung, aber ohne D-Ringe. Auf der Innenseite der Jacke, quasi gegenüber der großen Tasche am Hintern ist eine unterteilte Wilderertasche (k.a. warum die so heißt). Im Grunde ist es eine breite, nach oben offene Tasche ohne Verschluß die durch die großen Eingriffe unter den Ärmeln zugänglich ist. Wie die meisten Verstärkungen ist auch sie aus olivem RipStop Material. Darunter bildet ein letzter Kordelzug mit Tanka den Abschluß. Erwähnenswert ist noch der Fakt daß auf dem Rücken, aber auch an allen anderen Stellen kleine Schlaufen aufgenäht sind, zur Adaption von Tarnzeug wie Gräser u.s.w. Das halte ich für wenig sinnvoll und werde die Teile sicher bald entfernen.

 

Fazit: An dieser Feldjacke ist die Kluft zwischen Airsoft und Militär deutlich zu sehen. Obwohl wir Wölfe in der Regel für anspruchsvolle und nicht selten mehrtägige Aufklärungs- und Kommandoeinsätze eingesetzt werden, glaube ich nicht das ich das ganze Spektrum der Jacke voll ausnutzen werde. Das Konzept ist allerdings sehr gut, die Taschen (zumindest die Unteren) sind auch beim tragen einer Kampfmittelweste gut zu erreichen, sie stören nicht wenn man einen großen Rucksack dabei hat und ich muß sagen - gut aussehen tut sie ausserdem noch. Die Verarbeitung ist KHS gewohnt auf hohem Niveau, die Materialien relativ hochwertig und dadurch ist die Jacke auch ihre "normalen" 130 EURO wert.

 

zurück zum Archiv

 

Dieses Review (Text und Bild) ist Eigentum des FeSpähKdoKp 510 Airsoftteams gemäß dem Urheberrecht. Sollten Sie Text oder Bild nutzen wollen, bitten wir um vorherige Genehmigung durch uns. Auch ein Verlinken von Inhalten bitten wir mit uns abzustimmen.