Streamlight Sidewinder

 

 

Wie viele Taschenlampen haben wir eigentlich dabei? Eine Kopflampe für freihändiges Arbeiten, eine kleine Stablampe (mit Rotfilter) für zielgenaues Signalisieren, eine kleine IR Lampe für Arbeiten unter NSG, ein IR Blitz für die IFF Markierung und so weiter und so fort. Dazu kommt noch ein Strobelight (MS2000) und ggf. ein LLM. Und natürlich fressen alle diese Lampen unterschiedliche Batterien, sind an verschiedenen Plätzen untergebracht und nie zur Hand wenn man sie braucht. Höchste Zeit Abhilfe zu schaffen.

 

Mein Auge fiel auf die Streamlight Sidewinder, was als "Tactical LED Light“ angepriesen ist. Diese existiert mittlerweile für zwei Batterietypen, für AA und für 123er Zellen. Da die 123er jedoch nicht überall auf der Welt einfach so um die Ecke zu bekommen sind, habe ich mich für die AA Version entschieden. Die Lampe kommt in zwei Versionen, eine mit IR Lampe und eine mit grüner LED statt IR Licht. Natürlich haben wir uns für die IR Version entschieden.

 

      

 

Ersteindruck ist gemischt. Die Lampe kommt in einer schlichten Blisterverpackung und außer ein paar Batterien ohne Zusatzausstattung. Nichtmal eine simple Fangschnur liegt dabei. Die Bedienungsanleitung ist mehrsprachig und äußerst dürftig. Auf eine große Fummelei und Ausprobierorgie eingestellt ging es also los.

 

Die Sidewinder hat die Maße 11 ‚8x5,7x2,7cm und ist damit eher Kompakt. Das Gehäuse besteht aus einem hochfesten Polycarbonat und ist laut Hersteller "unzerbrechlich". Die Abdeckung des Linsenkopfs ist kratzfest und wasserdicht verschraubt.

 

   

 

Auf der Unterseite ist das Batteriefach bei dem über eine Rändelschraube der Boden gelöst werden kann. Dieser ist unverlierbar mit einem Drahtseil gesichert. Damit man auch nachts ohne Licht die Batterien wechseln kann, ist die Position der Pluspole der Batterien seitlich ins Gehäuse gepresst. Ebenfalls findet sich hier die Fangriemenöse. Hier wurde offenbar beim MS2000M Strobe abgeschaut.

 

   

 

Auf dem Gehäuse prangt ein recht stabiler Clip, für Gürtel und Riemen bis 4 cm breite geeignet. Damit ist dieser MOLLE geeignet. Der ist abschraubbar und kann auf der anderen Seite angeschraubt werden. Die Bohrung geht dabei nicht nur durch das Polymergehäuse sondern reicht bis in ein Metallgewinde. Gute Verarbeitung, so kann der Clip nicht ausreißen. Sehr sicher ist die Clipbefestigung jedoch nicht, aber da kann man ja Abhilfe schaffen. Dazu später mehr.

 

Kommen wir zum Herzstück der Lampe — der Lampenkopf. Dieser ist um 180 Grad schwenkbar und geht relativ straff. Da es keine Möglichkeit der Arretierung gibt, bleibt abzuwarten ob das Gelenk nicht mit der Zeit „ausleiert".

 

An der Seite prangt der Verstellknopf welcher gleichzeitig ein Druckknopf ist. Da die Lampe über so viele Modi verfügt ahnte ich hier das schlimmste, war jedoch sehr angenehm überrascht. Die Bedienung ist intuitiv, man gewöhnt sich sehr schnell daran.

 

 

Aber welche Modi hat die Lampe überhaupt?

Die Sidewinder verfügt über vier Lichtsorten. Weisslicht, Rotlicht, blaues Licht und IR Licht. Jedes Licht kann in fünf Stufen eingestellt werden, 20%, 50%, 80% und 100% Lichtleistung, sowie ein Blinkmodus. Wobei Letzteres eigentlich kein echter Blinkmodus ist, sondern die Lampe einfach schnell von AUS die vier Stufen hochschaltet und sich wieder AUS schaltet usw.

 

Rechnerisch kommen wir also auf 20 verschiedene Modi, wobei man ehrlich einräumen muß dass man die 50% und 80% kaum benutzt. Man greift eher auf die 20% oder 100% zurück. Die Einstellung ist dabei recht einfach. Über den Druckschalter wird die Lampe ein oder aus geschaltet. Ein Doppelklick schaltet auf den Blinkmodus. Und hält man den Drücker fest, schaltet die Lampe durch die Lichtstärken. Zum Farbwechsel wird der Drehring angezogen und gedreht. Jede Position ist ein anderes Licht. Dank einer gut tastbaren Markierung kann man sich schnell orientieren welche Farbe eingestellt ist. Nach ein wenig Zeit funktioniert die Einstellung blind und zuverlässig.

 

Die Lichtausbeute ist mit maximal 20 Lumen moderat und für eine LED Lampe ausreichend. Abhängig von der Leuchtintensität hat die Lampe natürlich auch eine unterschiedliche Standzeit — sprich Batteriehaltbarkeit. Die folgende Tabelle gibt Auskunft:

 

20% 50% 80% 100% Stobe
Infrarot 100h 60h 36h 12h+1* 24h+2*
Rot 100h 70h 40h 14h+1* 28h+2*
Weiss 100h 36h 14h+1* 7h+3* 14h+6*
Blau 100h 60h 36h 12h+1* 24h+2*

 

*Gegen Ende der Batteriekapazität wird die Intensität des Lichts automatisch reduziert um die Lebensdauer der Batterie voll auszuschöpfen.

 

Fazit bis hierher: Solide, sehr multifunktional und zuverlässig. Die Möglichkeit die Sidewinder am ChestRig / Weste oder Rucksack zu befestigen und mit der IR Blinkfunktion zu betreiben macht einen zusätzlichen IFF Marker überflüssig. Auch auf die kleine IR Lampe im Gepäck kann man nun verzichten, genau wie auf die Stablampe mit Rotfilter.

 

Den Clip kann man dank der Fangriemenöse einfach mit Kabelbinder fixieren oder mit einem Stück Schnur sichern. So kann die Lampe nur noch sehr schwer rausrutschen.

 

   

 

Bleibt noch die Kopflampe zu ersetzen. Also schnell eine Halterung selbst genäht. Sie besteht aus einer alten Riemenhalterung eines Berghaus Vulcan und einer Menge Gummiband. Obwohl die Sidewinder recht groß ist, trägt sie sich doch noch angenehm. Nun haben wir so ziemlich jede Lampe im Inventar mit einer einzigen Sidewinder ersetzt.

 

        

 

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