Pullout-Pouch, selbstgemacht

 

Wer sich mit der Materie ‚Ausrüstung von Spezialkräften“ beschäftigt, der weiß das die Entwicklung nie abgeschlossen ist. Doch am Rande von Konzeptwechseln und großen Beschaffungsmaßnahmen tauchen ab und an kleine Trends auf die von der „Community“ nur zu gern zelebriert werden. Ich erinnere an übergroße Klettflächen an den Oberarmen, Bloodpatches, IR-Patches, Admin-Pouches usw. Wobei sich die Nützlichkeit zwischen „gute Idee, muß man haben“ und „es glitzert, es ist völlig sinnlos — ich will es“ bewegt.

 

Nun ist es zweifellos sinnvoll solche Trends zu beobachten, auch wenn man sie oft mit einem Lächeln abtun kann. Denn ab und an kommt dabei etwas wirklich Nützliches heraus. Dabei fällt auf — die guten Ideen sind immer einfach. Es sind Dinge bei denen man sich an den Kopf fasst und laut rufen möchte „aber natürlich, warum ist man da vorher nicht drauf gekommen!“. Keine überflüssigen Gegenstände die das Leben nur noch schwerer machen und Probleme lösen die man so vorher nicht hatte. Sondern wirkliche Hilfen für allseits bekannte Probleme.

 

Zum Beispiel ein Problem das mich (tatsächlich) vor kurzem ereilt hatte. Feind lief auf unseren Trupp auf, ein heftiges Gefecht entspann sich. Nachdem wir kurz auswichen um in eine günstige Verteidigungsposition zu kommen gab ich Deckungsfeuer. Zack, Zack, Magazin leer. Schneller Magazinwechsel im Liegen (da ich als Scharfschütze eingeteilt war habe ich die Magazine im Sabre Sniper Smock mitgeführt und war ohne 2nd Line unterwegs). Zack, Zack, Stellungswelchsel... Der Feind war vernichtet, wir setzten den Marsch fort — doch leider ohne meine Kopflampe die im Gefecht aus der Tasche des Smocks gerutscht war. Es muß beim Magazinwechsel geschehen sein, ich habe es nicht bemerkt. Doch das Selbe kann auch bei stockfinsterer Nacht passieren, oder wenn man sonst wie einfach im Streß ist. Blitzschnell liegt der Tascheninhalt auf dem Boden weil sich irgendwie alles miteinander verharkt hat. Sie haben das Problem erfasst? Wenn Sie jetzt grinsen und nicken, dann sollten sie weiter lesen.

 

Die Lösung bietet der „Pullout Pouch“. Frei übersetzt „Rausziehbeutel“ Und das beschreibt eigentlich auch ganz gut was er tut. Es ist ein Einsatz für eine Tasche, ein Beutel in der Tasche. Nun ist es sicherlich berechtigt zu fragen was der Quatsch soll. Tasche in der Tasche ? Ja. Ein ganzer Beutel fällt nicht so einfach heraus wie ein einzelner Gegenstand. Zudem entfällt lästiges Gekrame in der Tasche, da man den Pouch bequem entnehmen kann. Zudem kann man so Gegenstände von einander trennen, die sonst vielleicht aneinander klappern etc.

 

 

Jetzt könnte man den Fachhandel bemühen um geeignete Pouches zu finden, doch das Geld kann man sich getrost sparen. Ein Pullout-Pouch ist schnell und einfach selbst genäht. In Form und Material sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Auch das genaue Design ist eigentlich egal, daher dient unser „Modell“ nur als Anhalt.

 

Wir haben uns für einen Pouch mit obenliegender Öffnung entschieden, da man so eine weite Öffnung hat und den Pouch schnell durchstöbern kann. Als Material dient ein wasserdichtes Polyestergewebe welches sehr glatt ist. Das begünstigt die „reibungsfreie“ Entnahme und Verpacken des Pouches.

 

 

Schritt eins: Wir messen die Tasche aus in die der Pouch hinein soll. Die Maße für unseren hier sind 22cm hoch, 18cm breit. An der Höhe gibt es nichts zu rütteln, doch die Breite müssen wir verdoppeln, denn aus ihr wird schließlich Ober- und Unterseite. Nun wären wir bei 22x36cm. Da wir aber kein flaches Ausweismäppchen, sondern einen Beutel mit etwas Volumen haben wollen, schlagen wir nochmal ein paar Zentimeter drauf: 22x43cm. Dieses Maß schneiden wir nun aus dem Stoff aus.

 

 

Schritt zwo: Reisverschlüsse annähen. An das jeweilige Ende wird ein Reissverschluß genäht. (Nähte umschlagen nicht vergessen). Nun wird der RV-Schieber eingeführt und die Höhe der beiden Seiten angepasst. Das ist ein wenig Puzzlearbeit, aber hier muß man genau arbeiten, sonst wird das ganze Ding schief Nun haben wir einen oben und unten offenen „Schlauch“ der mit einem RV verschlossen ist. Jetzt können die überstehenden RV Schnipsel abgeschnitten werden.

 

  

 

Schritt drei: Zunähen. Ich habe hier zuerst eine kleine Sicherungsnaht gezogen damit sich nichts verschiebt. Um das Aufdröseln zu verhindern wird die Naht nun mit Einfassband eingefasst. Natürlich hätte man auch umgedreht nähen können, also das Außere nach innen stülpen. Dann könnte man auf das Einfassband verzichten. Aber ich bevorzuge diese Variante weil das Band dem Pouch noch etwas Stabilität verleiht.

 

Eigentlich ist der Pouch nun auch schon fertig. An unser Modell machen wir noch eine kleine Schlaufe aus Einfassband, damit man ihn besser greifen kann. Man könnte das auch auf die

Spitze treiben und die Schlaufe so lang machen dass man sie am D-Ring in der Smocktasche befestigen kann.. .Aber das ist eher unnötig und das lange Band birgt Störpotential.

 

     

 

Fazit:  Materialkosten: 4 EUR, Zeitaufwand: 20 Mm, Nützlichkeit: unbezahlbar. ;)

 

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