Britischer Rucksack — Other Arms

 

 

Eine interessante Symbiose zwischen Tasche und Rucksack bietet dieser britische Militärrucksack. Auf dem Label steht „Rucksack — Other Arms, DPM, IRR“. Other Arms — heißt in diesem Zusammenhang „weitere Truppengattungen“ — also z.B. für Unterstützer und Truppenteile welche nicht zu den direkten Kampftruppen zählen. Bei der BW etwa vergleichbar mit der Funktion des Jägerrucksacks. Der Other Arms ist jedoch vom Konzept her wesentlich cleverer konzipiert als der Jägerrucksack, der in seinem Grundaufbau schon seit den 60er Jahren in der BW rumgeistert.

 

 

Auf den ersten Blick wirkt der Other Arms wie ein PLCE Rucksack den man oben und unten gekürzt hat. Unverwechselbar die Gurtbandschlaufen die links und rechts am ganzen Rucksack herunterlaufen. Und tatsächlich — so falsch ist der Eindruck gar nicht. Fr besteht aus robustem Cordura und hat ca. 45 Liter Volumen welche in einem großen Hauptfach zu finden sind. Das Hauptfach ist über einen großen Reißverschluss (YKK) zugänglich welcher den Rucksack zu 2/3 öffnet.

 

              

 

Also ein Toploader mit Reißverschluß. Dieser wird von einer breiten Abdeckleiste vor Schmutz und Dreck geschützt. Im Innenraum findet sich ein Einschub z.B. für eine Isomatte oder anderes dünnes Material, sowie ein Zugang zum Verstärkungssystem das mit zwei Druckknöpfen verschlossen wird. Das Rückensystem besteht aus zwei Aluminiumleisten, welche über einen Steg zusammen — und in Position gehalten werden, Je nach Verwendung kann man diese unkompliziert entfernen oder wieder einschieben.

 

         

 

Die Rucksackträger erinnern zwangsläufig an Berghaus, selbe Form, selber Aufbau... auch die Qualität und Verarbeitung ist völlig in Ordnung. Der Rücken ist leicht gepolstert. Obwohl der Rucksack schon einiges hinter sich hat (Vorderseite sandfarben gespritzt... A-Stan / Irak ?) ist er voll funktionstüchtig und wird es wohl auch noch sehr lange bleiben. Die Riemen für die Träger haben eine große Schlaufe, so dass auch mit Handschuhen oder im Dunkeln kein Gefummel nötig ist. Der Beckengurt ist leicht gepolstert und hat einen großen Fastex Verschluß.

 

Wirklich interessant ist jedoch der Fakt, dass der Other Arms am gesamten Rückenteil über einen umlaufenden Streifen Klett (ca. 1cm) verfügt mit welchem man die dazugehörige Abdeckung über die Rucksackträger und Beckengurt legen kann. Man erhält eine nahezu glatte Fläche. Dank der zwei Trageschlaufen kann der Other Arms jetzt als Tasche genutzt werden — eine geniale Idee.

 

         

 

Und es geht noch weiter — an beiden Seiten befinden sich die typischen Steckverschluß / Reißverschluß Aufnahmen für PLCE Seitentaschen. Das bedeutet dass man das Volumen um nochmals 20 Liter vergrößern kann und zwar mit allen kompatiblen Seitentaschen. Egal ob Berghaus Atlas, Vulcan, PLCE, Webtex (z.B. die Medicseitentasche) usw.

 

 

Fazit: Für einen ordentlichen Marschrucksack ist der Other Arms mit 45 Litern zu klein. Und selbst mit zwei Seitentaschen sind nur 65 erreicht (und er ist dann auch noch verdammt breit). Doch dazu ist er auch gar nicht gedacht. Als Escapepack eignet er sich jedoch recht gut, er passt auch problemlos auf den Deckel eines Atlas oder Vulcan (bzw. kann den Deckel ersetzen) dank der Gurtbandschlaufen auf der Oberseite. Sollte er zu viel Volumen haben kann er dank einiger Steckverschlüsse zügig komprimiert werden, auch das Verstärkungssystem kann problemlos entfernt werden. Dank seines von Haus aus recht hohen Volumens und flachem Aufbaus eignet er sich hervorragend als Daypack in dem man sowohl seine Verwendungsausrüstung (Funkgerät, Sanitätsausstattung, Schanzwerkzeug etc) als auch wichtige persönliche Ausrüstung unterbekommt. Dank der soliden Verarbeitung ist er unverwüstlich und ein Tip für alle die einen nicht zu kleinen Daypack / Escapepack suchen.

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