Artikel:

Elite Special Forces Assault Boot

Hersteller:

Oakley

Version:

desert / sand

Review vom:

15.01.2012

Oakley Elite Special Forces Assault Boot Desert

Oakley Elite Special Forces Assault Boot Desert. Den Namen muss man sich zunächst auf der Zunge zergehen lassen. Es scheint als hätte Oakley alle Schlagworte untergebracht die den Entwicklern gerade einfielen. Doch so ganz unberechtigt ist die Bezeichnung nicht. Ein speziell für die Ansprüche von Special Forces entwickelter Schuh, mit ganz eigenem Anforderungsprofil und einigen Vorzügen, welche die Stiefel von seinen Mitbewerbern abheben.

 

Vor nicht allzu langer Zeit waren Oakley Stiefel als "Sissy Boots" verschrien. Wenig Leistung für einen hohen Preis nur um das bekannte "O" auf dem Schaft zu haben. Doch diese Zeiten haben sich geändert, Oakley hat gelernt dass auch der spezialisierte Endverbraucher mit den Füßen abstimmt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Oakley Elite Special Forces Assault Boot markierte den Wendepunkt der Oakley Schuhhistorie. Viele Dinge wurden extra für diesen Schuh neu entwickelt.

 

 

Bei Recon-Company (www.recon-company.com) erhält man den Stiefel für 149,90 EUR. Im Vergleich zu den potentiellen Mitbewerbern ein moderater Preis. Der erste Eindruck ist gut. Alles scheint sauber verarbeitet und auf Haltbarkeit ausgelegt zu sein. der Schuh wirkt sportlich, ohne jedoch den Eindruck eines Dienstschuhs zu schmälern. Das Material ist ein 100% Vollspaltleder (Full Grain Leather), also ein sehr robustes und dickes Rauhleder. Kombiniert mit dem starken Cordura / Nylon Gewebe (mit geschätzten 500 DEN) ist der Fuß gut geschützt.

 

     

 

Der Schaft ist stark gepolstert und liegt wie angegossen am Unterschenkel. Man fühlt sich stark unterstützt, ohne eingeengt zu werden. Zu erwähnen ist zudem das angenehme Nappa-ähnliche Leder auf der Schaftinnenseite. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern vermeidet auch unangenehme Druckstellen. Grundsätzlich ist die Polsterung des gesamten Schuhs vorbildlich und auch antibakteriell ausgestattet. Einmal hineingeschlüpft wird der Schuh schnell eine Verlängerung des eigenen Körpers. Der Aufbau ist clever konzipiert.  Die Kombination aus Leder und Stoff ist genau so eingeteilt, dass der Schuh die Bewegung unterstützt und nicht eingeengt. Hier wurde nicht nur gut mitgedacht sondern wahrscheinlich auch viel erprobt. Man hat Halt wo man Halt braucht und Bewegungsfreiheit wo sie angebracht ist. Eine Eigenschaft die ich an manchem Schuh aus dem Hochpreissegment vermisse. Nicht umsonst wirbt Oakley mit seinem " Jump Ready Design", was heißen soll das dieser Schuh sprungtauglich - im Sinne eines Fallschirmsprungs - ist.

 

Die Schnürung erfolgt ausschließlich über Löcher im Leder. Das hat mich zunächst beunruhigt, besteht doch hier die Gefahr dass die Schnürsenkel ausreissen könnten. Beim näheren Blick auf die Stärke des Leders, verflogen diese Bedenken jedoch. Eher reissen die Schnürsenkel, als dass man es schafft das Leder auch nur einzuschneiden. Vielleicht liegt es daran das der Schuh im Review noch neu ist, aber die Schnürung war sehr schwergängig. Das ist kein Kritikpunkt, sondern sogar ganz praktisch. Denn so kann es nicht passieren dass sich die Schnürung unabsichtlich gelockert, sollte die Schleife oder Knoten mal aufgehen. Der Schuh ist nicht dafür gedacht schnell an und ausgezogen zu werden, weil man noch fix an der Tanke Zigaretten holen gehen muss. Er ist dafür konzipiert lange Zeit am Fuß zu bleiben und diese "Standzeit" möglichst angenehm zu gestalten. Dafür sorgen auch zwei kleine, vergitterte Ösen auf der Schuhinnenseite. So ist eine Feuchtigkeitskontrolle und ein gewisser Klimakomfort gewährleistet.

 

Die Qualität der Verarbeitung ist überraschend hoch. Die herausnehmbare Einlegesohle aus Polyurethan verbirgt eine weitere dünne Polsterschicht im Sohlenbereich. Dass der Schuh über ein Fußbett verfügt setze ich als selbstverständlich voraus. An dieser dünnen Polsterschicht ist auch die Verarbeitung gut erkennbar. Robuste Nylonfäden verbinden die Einzelteile von Sohle und Schaft. die Gummisohle wurde zwar verklebt, jedoch durch sandfarbene Nylonfäden gesichert. Ein Ablösen der Sohle ist daher äußerst unwahrscheinlich.

 

Zur Sohle selbst: es handelt sich um eine vulkanisolierte Gummisohle aus Vibram-Material. Das gewährleistet eine hervorragende Haftung und gleichzeitig sehr hohe Abriebbeständigkeit. Ein wichtiger Faktor, will man sich mit diesem Schuh abseilen (Fast Roping)

Dennoch ist die Gummimischung an sich recht weich, was einen hohen Tragekomfort unterstützt. Wie weit die Sohle scharfe Steine und Geröll aushält, kann hier nur geschätzt werden. Jedoch sicherlich nicht weniger als seine Mitbewerber im Hochpreissegment.

Das Profil der Sohle erinnert an einen guten Laufschuh. Da die Sohle an sich recht hoch ausfällt hat man eine ziemlich gute Kontrolle auch auf ungünstigem Boden.

 

  

 

Fazit: Oakley liefert genau das ab, was beworben wird. Ein hochwertiger, sprungtauglicher Schuh für lange Einsätze in schwierigem Gelände, mit viel Komfort und dem gewissen Stylefaktor. Im Gegensatz zu manch anderem hoch umworbenen Produkt habe ich hier keine Zweifel dass diese Schuhe tatsächlich von den US Special Forces gewählt werden. Der Preis ist im Vergleich zur Leistung angemessen, besonders mit Blick auf die Mitbewerber. Dennoch ist dieser Schuh nicht dazu gedacht große Lasten auf langen Strecken zu tragen, sondern wie der Name schon verrät, für den schnellen präzisen Einsatz von hochmobilen Einheiten, für den Sprint von der Rampe zur nächsten Deckung usw.

 

 

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