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Holländischer Kompressionssack
Wie jeder MilSim Reenactor strebe auch ich stets danach meine Ausrüstung zu perfektionieren. Das dieses Ziel unerreichbar ist, habe ich mittlerweile erkannt was der Sammelleidenschaft jedoch keinen Abriss tut.
Bei der letzten OP fiel mir auf dass mein Rucksackbeutel (Kompressionssack) keineswegs so wasserdicht war wie er hätte sein sollen. So begab ich mich latent auf die Suche nach einem neuen und stieß auf den „britischen Kompressionssack“.
Ein Blick auf den Hersteller ließ mich jedoch sofort stutzig werden. „Feuchter/Ringelai“ - eine deutsche Firma produziert für die britischen Streitkräfte ? Nein, unmöglich. Dazu wären die Tommies doch viel zu stolz. Nach kurzer Recherche war klar — es handelt sich nicht um einen britischen Ausrüstungsgegenstand — sondern um einen holländischen Die Niederländer haben ein Tarnmuster welches dem britischen zum verwechseln ähnlich sieht — wenn nicht gar identisch ist. Das hat schon einige Male für Verwirrung gesorgt — besonders im Aufklärungssektor. ;-)
Nun wollen wir uns den Kompressionssack mal anschauen. Zuerst fällt auf dass es sich um ein starkes Corduragewebe handelt. Es ist leicht innengummiert und daher absolut wasserdicht. Mehr kann man aufgrund des etwas unübersichtlichen Aufbaus jedoch beim besten willen nicht erkennen, überall Steckverschüsse und schwarze Riemen... Die Befüllung wird Aufschluss bringen. Schon vorher fällt das recht hohe Eigengewicht auf— das liegt bei 400 Gramm und ist damit 4x so schwer wie cm Packsack von z.B. Carinthia.
Was noch auffiel: Mein Schlafsack verschwand regelrecht in den Weiten des Packsacks. Und damit meine ich einen Tyin Winter — nicht gerade ein kleines Exemplar. Klar also — für einen Schlafsack ist der Packsack ursprünglich also nicht gedacht. Mein nächster Versuch — Tyin Winter mit Biwaksack. Aha, jetzt wird es schon voller.
Nach dem befüllen wird die Öffnung mit einem Schieberiegel verschlossen. Während die meisten Kompressionsäcke damit zu sind, bietet der holländische noch mehr eine Kappe —also ein kompletter Überzug wird über die obere Öffnung gezogen. Absolut dicht. Es fällt auf dass auch die Unterseite über eine ähnliche Form verfügt — doch dabei ist die Kappe angenäht.
Das Kompressionssystem ist extrem robust und stark. Grob zusammengefasst existieren zwei Riemen die den Kompressionssack zusammenziehen. Hierbei macht sich die Deckelkonstruktion bemerkbar die den Schlafsack nicht oben und unten einschneidet, sondern den Druck an den Rändern aufbaut. Um einen gewissen seitlichen Anpressdruck zu erhalten läuft das System teilweise über Dreistege. Praktischer Weise sind Schlaufen vorhanden an denen man ziehen kann. Doch das besondere sind die zwei Steckverschlüsse mit denen man die Komprimierung festsetzen kann. Ein selbständiges Lösen im Rucksack oder wo auch immer ist unmöglich.
Das System habe ich so noch nirgendwo gesehen — man bepackt den Sack, verschließt die Öffnung, zieht den Deckel über, schließt die Steckverschlüsse und muss jetzt nur noch an zwei Seiten ziehen um den Sack zu komprimieren. Für extreme Kompression befindet sich an den Deckeln jeweils noch ein feil eines Steckverschlusses. Auch ein abgedecktes Feld für ein Namensschild ist vorhanden.
Fazit: Einfach nur unendlich robust. ln keiner Sekunde hat man das Gefühl dass irgendetwas an dem Kompressionssack kaputt gehen könnte, alles ist doppelt und dreifach vernäht — solideste Verarbeitung. Für einen Schlafsack etwas zu großzügig, zumal leider die Möglichkeit fehlt das Verpackte auch seitlich zu komprimieren (wie beim Carinthia). Wer jedoch etwas robustes sucht — der sollte zugreifen wenn sich die Gelegenheit bietet.
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