Flüssigbrennstoffkocher Fernspähtruppe (Coleman Multifuel)

 

Der Fernspäheinsatz ist anstrengend — klar. Um so wichtiger ist die Versorgung mit Wasser und Nahrung. Bekanntermaßen haben die Fernspähkräfte und auch die Jungs des KSK so einiges ausprobiert, vom Standard EPA über MRE, holländische Einmannpackungen u.s.w. Hängen geblieben ist man mittlerweile beim EPA leicht. (großes Review über die verschiedensten militärischen Fertigrationen folgt in Kürze). Doch der größte Vorteil des EPA leicht — sein geringes Gewicht — ist auch gleichzeitig sein größter Nachteil. Denn um es genießen zu können muß den Gerichten Wasser zugeführt werden. Natürlich geht das auch mit kaltem Wasser — doch wer isst schon gerne kalte Spaghetti Carbonara oder ein kaltes Beef Stroganow ? Abgesehen vom Geschmack hat es auch physiologische Gründe die Gerichte warm zu verzehren — so sind sie leichter zu verdauen und schonen den Magen. Gerade im Winter ist es wichtig regelmäßig etwas warmes zu sich zu nehmen, einen heißen Tee, eine kräftigende Brühe u.s.w. Doch womit erhitzen 2 Gaskocher scheiden im Winter oder bei kalten Temperaturen aus, das Gas kann sich nicht ausreichend ausdehnen — die Folge: schlechter Gasdurchsatz, schlechte Wärmeleistung. Also bleibt nur Esbit? Doch auch das hat keine optimale Wärmeleistung und wird — bei einem längeren Späheinsatz — schnell sehr schwer.

 

Die Bundeswehr hat daher für die Fernspähtruppe und die Spezialkräfte den „Kocher, Petroleum / Kerosin“ eingeführt. Genau genommen handelt es sich um das Modell „Multifuel“ von Coleman. Und das hat es in sich: Es kann mit Petroleum und Kerosin, nach ein paar kleinen Veränderungen (Ventil / Düse) auch mit bleifreiem Benzin oder Diesel betrieben werden. Zur Not kann man das Gerät auch ohne die technischen Veränderungen mit allen Brennstoffen betreiben, dann aber auf Kosten der Lebensdauer des Geräts. Fakt ist: egal wo die Späher im Einsatz sind — etwas Diesel oder Benzin läßt sich überall auftreiben. Im Gegensatz zu Esbit oder Gaskartuschen.

 

 

Also wie bereits festgestellt handelt es sich um das Gerät Multifuel von Coleman. Es kommt in einer wattierten, moosgrünen Hülle mit Kordelzug. Dabei handelt es sich sogar um die originale Hülle von Coleman, die Bundeswehrbezeichnung ist direkt über das Label des Herstellers genäht.

 

  

 

Zum Gerät gehört außerdem eine braune Plastikabdeckung für den Kocherkopf, ein kleiner roter Trichter zum Einfüllen des Brennstoffs sowie eine Bedienungsanleitung auf Wachspapier (relativ wasserfest). Alle Interessierten finden die Bedienungsanleitung unten.

 

        

 

Auch auf dem Gerät selbst wurde das Herstellerlabel überklebt, eine klare Anweisung besteht auf der Benutzung von Petroleum oder Kerosin. Klar, man will das teure Gerät schließlich nicht auf Übungen „zerschießen“. Apropos teuer — ein Coleman Multifuel kostet im Laden etwa 90 EUR. Brennstoff und Betriebsstoffe nicht inbegriffen.

 

Doch wie funktioniert der Kocher? Eigentlich recht einfach — mittels Trichter wird der Brennstoff in den Tank gefüllt. Der fasst 0,5 Liter. Der Verschluß ist geriffelt und daher recht griffig, zudem wird er mit einem Gummiband am Gerät gehalten, so daß er nicht verloren gehen kann.

 

           

 

Hat man den Tank verschlossen baut man über eine kleine Pumpvorrichtung Druck im Tank auf. Nun sollte man das Düsenrohr vorwärmen. Das geschieht mittels Brennpaste, empfohlen ist die von Firestar, es geht jedoch auch jede andere Billigmarke. Nachdem die Brennpaste fast abgebrannt ist (und das Gerät damit auf Betriebstemperatur), dreht man den Regler auf und kann zusehen wie sich das Luft­Brennstoffgemisch an der Brennpaste entzündet. Der Druck den man im Tank aufgebaut hat preßt den Brennstoff nun nach oben. Nach einer Weile hat sich der Kocher jedoch so erwärmt daß der Druck von allein entsteht.

 

 

Die 500ml reichen für eine Dauer von 7 Stunden - auf mittlerer Intensität. Dabei ist 1 Liter Wasser in ca. 3,5 Minuten am Siedepunkt, eine maximale Heizleistung von 2200 Watt wird erreicht, also wesentlich höher als jedes Esbit.

 

Man sieht auch ohne große Rechnung daß das Kosten / Nutzen Verhältnis hier wesentlich günstiger ist als bei anderen Kochmöglichkeiten. So kosten 5 Liter Petroleum 12 EUR. Die wären ausreichend für über 70 Stunden Betrieb.

 

Das Gerät an sich wiegt 0,6 Kilogramm (leer), ist komplett aus Metall gefertigt und wirkt recht stabil. Es hat drei klappbare Gummifüße für optimalen Stand. Interessanterweise hat Coleman einen Nivillierring spendiert, mit dem einer der Füße bei unebenem Boden etwas steiler gestellt werden kann. So können leichte Schrägen ausgeglichen werden.

 

Die runde Auflagefläche für Töpfe u.s.w. hat einen Durchmesser von 13 cm, also auch für größere Töpfe geeignet.

 

 

Fazit: Gerade im Winter eine gut funktionierende und preisgünstige Möglichkeit zum Kochen.

 

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