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MilTec Kommandofeldjacke
Heute nehmen wir mal einen etwas verstaubten, aber umso interessanteren Vertreter der Feldjacken unter die Lupe. Die MilTec Kommandofeldjacke. Heute schon längst wieder aus dem Programm verschwunden stellte diese Feldjacke zu Zeiten als es noch fast keine Smocks gab eine Alternative zum dienstlich gelieferten dar. An den professionellen und dienstlichen Anwender richtete sich das Produkt auch, anders als manche „Low-Quality“ Produkte aus dem Hause Sturm. Doch die Kommandofeldjacke erschien zu einem ungünstigen Zeitpunkt, die ersten Smocks in flecktarn von Arktis, Survivalequipment und KHS drängten auf den Markt und waren der Feldjacke, allein vom Taschenkonzept her, überlegen. MilTec traute sich nicht den Schrift zum Multipocket Smock zu gehen -entsprechend schnell verschwanden die Kommandofeldjacken auch wieder und sind heute eher Sammlerstück als tatsächlich in Verwendung.
Doch was war eigentlich so anders an der Kommandofeldjacke? Zunächst handelt es sich um das gute, alte 80%Baumwolle, 20%Polyester Gemisch, was schon alles über das Gewicht der Jacke aussagt. Sie ist schwer und saugt sich gerne voll Wasser um noch schwerer zu werden. Dennoch — die Verarbeitung ist einwandfrei, die Nähte sitzen korrekt und sind ordentlich ausgeführt. Wichtige Stellen sind verstärkt. Grundsätzlich wie bei allen Artikeln die MilTec für die Bundeswehr herstellt (Ja, die Firma Sturm ist offizieller Lieferant der BW). Wie es bei den Artikeln für den Zivilbereich ausschaut, darüber müssen wir nicht reden.
Es handelt sich um eine Jacke mit geradem Schnitt, auffälligstes Erkennungsmerkmal sind die vier aufgesetzten Taschen im Frontbereich. Damals regelrecht revolutionär: Bandgenähte Knöpfe. Leider war es das auch schon mit aufgesetzten Taschen. Mehr gibt‘s nicht. Die Brusttaschen sind leicht schräg zum Mittelreissverschluß angebracht, was aber kaum eine merkliche Komfortsteigerung ausmacht. Bei allen Taschen handelt es sich um Blasebalgtaschen mit überlappendem Verschluss. Zudem ist in jeder Tasche eine Schlaufe mit einem kleinen Schlüsselring eingenäht. Der Vorläufer des D-Rings.
Der Kragen schließt sehr hoch ab und hat keine Kapuze oder eine Aufnahme dafür. Der leichtgängige, grobzahnige Front-RV versteckt sich hinter einer Abdeckleiste die in regelmäßigen Abständen mit Klett gehalten wird. Auf der Abdeckleiste prangt in Brusthöhe eine Schlaufe zur Aufnahme eines Dienstgradabzeichens, nach englischem Vorbild. Erstaunlicherweise hat MilTec der Jacke keine Klettstreifen für Namenschilder etc. spendiert. Auch an den Armen findet man keine Klettflächen. Man erkennt dass sich diese Jacke tatsächlich nur an den professionellen Nutzer richten sollte, denn derlei Quatsch ist im Einsatz schlicht überflüssig, wenn nicht sogar gefährlich.
Neben den Brusttaschen finden sich rechts wie links lnnentaschen, die von Außen zugänglich sind. Der Innenraum ist nicht extra abgetrennt und nimmt daher nahezu den ganzen Oberkörper ein — was enorm viel platz bietet.
In Bauchnabelhöhe finden sich rund um die ganze Jacke vier Baumwollschlaufen die mit kleinen, bandgenähten Knöpfen verschlossen werden. Die Schlaufen lassen sich in ihrer Länge von 8cm zu 5 cm verkleinern. Wozu diese jedoch dienen sollen ist für mich nicht nachvollziehbar. Soll hier ein Gürtel durchgeführt werden? Ein Koppel? Doch für beide Anwendungen ist das Grundmaterial nicht robust genug, einzig denkbare Alternative wäre eine Halterung für den Hüftgurt des Rucksacks — obwohl ich für den noch nie eine Halterung gebraucht habe.
Ebenfalls aus Baumwolle und in Flecktarn sind die auf der ganzen Jacke verteilten Bandabschnitte zum einstecken von Tarnmaterial. M.E unnötig, auch wenn es heute sozusagen zum „guten Ton“ gehört. Die Ärmel sind auf beiden Seiten gleich aufgebaut und haben die selbe, aufgesetzte Oberarmtasche. Die ist ziemlich flach und bietet nicht viel Platz. Im Ellenbogenbereich findet sich ein Cordurabesatz, hinter den man ein dünnes Schaumstoffpolster schieben kann. Den Armabschluss macht der bewährte Klettbündchenverschluss.
Auf der Innenseite fällt die Jacke recht spartanisch aus. Keine weiteren lnnentaschen erfreuen das Auge. Nur ein sehr langes Band zum aufhängen der Jacke sowie eine zweigeteilte Wilderertasche fallen auf. Interessant ist jedoch der Stoffstreifen zwischen den Beinen, der so z.B. auch am Sabre Sniper Smock zu finden ist. Damit kann die Unterseite der Jacke fixiert werden um so z.B. dem Sprungdienst zu genügen. Übrigens - wahrscheinlich zufällig bildet das Innenfutter genau in der Mitte des Smocks einen oben offenen Schlauch - für einen Camelbak o.ä ?
Fazit: Leider wurde das Konzept nur halbherzig verfolgt. Ein paar mehr Taschen und die Jacke wäre wesentlich attraktiver gewesen. Verglichen mit heutigen Materialien natürlich nicht mehr zu empfehlen, aber für damalige Verhältnisse durchaus durchdacht.
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