Miltec US Assault Pack II

 

Für knapp 30 EUR bekommt man momentan den „US Assault Pack II“ von Miltec nachgeworfen. Da Miltec´s Qualitätssteigerungsoffensive nun schon eine Weile läuft und wir dringend einen neuen, günstigen Rucksack für administrative Tätigkeit, nicht für den Feldgebrauch suchten, haben wir dem Rucksack eine Chance gegeben. 

Der Assault II ist ein 40 Liter Frontloader mit zwei Hauptfächern und zwei aufgesetzten Taschen.

    

Das  Material ist ein gummiertes, robustes Gewebe, ähnlich Cordura – jedoch bei dem Preis sicher kein Polyamid sondern Polyester. Das verwendete Gurtband ist von mittlerer Qualität ebenso wie die Reisverschlüsse und die restlichen Plastikteile. Gespart wurde bei den RV-Schiebern welche aus einem labbrigen Stück Schnur mit Plastikcaps bestehen. Die Nähte sind recht sauber und stabil ausgeführt.

Beginnen wir beim Tragesystem. Das ist ziemlich vermurkst. Obwohl die Träger an sich durchaus geeignet erscheinen und sogar über einen Metall D-Ring verfügen, sitzen sie aufgrund der extrem schmalen Bauweise sehr eng zusammen. Das führt natürlich dazu daß (insofern man nicht selbst ein sehr schmales Kreuz hat) die Träger unbequem am Hals reiben und nicht sehr gut auf den Schultern aufliegen. Wäre der Winkel in dem die Träger an den Rucksackkörper angenäht sind (übrigens nochmal gesichert abgenäht, man hat aus den Fehlern der Vergangenheit offenbar gelernt) einfach etwas steiler, ließe sich der Tragekomfort enorm steigern.

Der Rücken verfügt über keine großen Überraschungen, er ist gut gepolstert und verbirgt sogar noch ein langes Einschubfach für schmale A4 große Gegenstände (Achtung, an mögliches Eindringen von Schweiß achten). Der Beckengurt ist entfernbar und besteht aus einem 5cm Gurtband mit Steckverschluss. Für einen Rucksack dieser Größe aber absolut ausreichend.

Die Seitenflächen des Rucksacks sind zwar mit jeder Menge MOLLE Schlaufen versehen, davon lassen sich aber objektiv nur wenige nutzen da MilTec es mit der Standard 3,5cm Schlaufenbreite offenbar nicht so eng gesehen hat. Viele Schlaufen sind einfach zu schmal. Interessanter Weise findet sich auch eine senkrechte Reihe Schlaufen auf der Seite zu deren Nutzen ich mir noch nicht im klaren bin. Über zwei seitliche Bänder mit Steckverschluß lässt sich die Tiefe des Rucksacks stufenlos verstellen. So kann man den Rucksack von 32cm tiefe (absolut voll gepackt) auf 15cm (fast leer) komprimieren. Dabei helfen auch die zwei Riemen am Boden.

Der Tragegriff ist zwar recht stabil, aber ohne Unterlage einfach auf den Oberstoff genäht. Bei starker Beladung zieht ein mächtiges Gewicht dann direkt an einer Lage Stoff...

Erfreuliches gibt es bei der restlichen Ausstattung zu vermelden. Das hintere Hauptfach lässt sich vollständig bis zum Boden öffnen was es äußerst multifunktional macht. Es gibt einen Stauraum von 49cm*28cm*12cm frei, was ziemlich viel ist. Auf der Rückenseite findet sich eine sehr dünne, schmale RV Tasche. Auf der vorderen Seite prangt eine A4 große Netztasche.

   

Das zweite Hauptfach ist mit 45cm*24cm*9cm etwas kleiner und lässt sich nicht ganz bis zum Boden öffnen. 1/3 der Strecke bleibt dem RV leider versagt. Im inneren findet sich auf der hinteren Seite eine kleine Nylontasche mit zwei aufgesetzten Netzfächern.

Auf der Frontseite sind nun noch zwei aufgesetzte Taschen mit einer Menge Molle Schlaufen aufgesetzt. Bei denen stimmen die Maße zwar, leider sind sie dort aber an einer völlig unnötigen Stelle. Wer will den das Teil durch das Anbringen von Taschen noch tiefer machen? An der Seite hätte sich das wesentlich mehr gelohnt. Die obere, kleine Tasche lässt sich bis zur Hälfte öffnen und hat nichts besonderes zu bieten. Das größere Fach von 23cm*18cm*7cm wartet dagegen mit einer weiteren kleinen Nylontasche und Stifteköcher auf.

    

Fazit: Die Qualität von Miltec hat sich gebessert, das muß man zugeben. Für 30 EUR bekommt man einen relativ stabilen Rucksack, der sich zwar nicht sonderlich gut tragen lässt aber dafür zur Aufbewahrung von Ausrüstung gut taugt. Sozusagen ein Verlegerucksack für Kleinkram. Natürlich nimmt der Rucksack auch eine Medicausstattung oder ein Funkgerät auf. Er erinnert an den TT Mission Bag, wobei dieser natürlich in einer anderen Liga spielt. 

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