Helikon-Tex Urban Tactical Line Hose Daß Helikon-Tex günstige und funktionelle Bekleidung herstellen kann, das haben sie mit der SFU Reihe bereits bewiesen. Doch mit der Urban Tactical Line wagt man sich nun auch ins Segment der professionellen Ausrüstung. Mit 65 EUR tummelt sich Helikon-Tex nun im Haifischbecken von 5.11, Blackhawk und den anderen bekannten Anbietern. Wir waren gespannt ob man sich hier halten kann und vor allem ob die gelieferte Hose dem Preis auch entspricht. Die Werbeversprechen lesen sich wie die von den großen Mitbewerbern und lassen hoffen. Eine Hose für den professionellen Anwender besonders für den Security / PMC Bereich, für die Schießbahn etc. Der erste Gedanke ist: alles schonmal da gewesen, alles nix neues. Doch Helikon-Tex belehrt eines besseren. Zunächst zum wichtigsten Punkt: das Material. 97% Baumwolle, 3%Elasthan. Was sich in der Theorie irgendwie eng anliegend und gay anhört, fällt in der Praxis zunächst gar nicht auf. Das Material ist robust und wirkt wiederstandsfähig. Einzig die recht "rauhe" Oberfläche gibt zu denken, sie wird wohl ein Fleckenmagnet sein. Der Bund ist am Rücken mit Gummizug versehen und wird vorn mit einem breiten Klettstreifen verschlossen. Der Hintergrund dazu erschließt sich erst später. Schon beim hereinschlüpfen stellt sich ein "AHA" Effekt ein. Obwohl die Hose recht "eng" wirkt, trägt sich sie sehr angenehm. Der Blick in den Spiegel offenbart warum. Die Hose sitzt nicht wirklich eng, sie hat einen gut durchdachten Schnitt. Der kombiniert mit dem Elasthan macht das Konzept der UTL aus. Besonders im Schritt kommt das erstaunlich zum tragen, egal wie hoch oder tief die Hose gerade hängt, man hat immer optimale Bewegungsfreiheit. Nur selten hatte ich eine so komfortable Hose an. Breite Gürtelschlaufen, geeignet für 5cm Gürtel, mit Aufnahmemöglichkeiten für schmale Dinge wie z.B. einem Schlüsselring runden den Bund ab. Die Beine sind verstärkt, übertrieben gesagt wie Chaps mit einem ausgefeilten Knieschutz. Die Knie sind zwar nicht für Einlagen zu öffnen, dafür aber verstärkt und bieten durch ihre spezielle Form und das Material immer eine gute Passform - auch wenn man sich hinkniet zwickt und beißt da nichts in der Kniekehle. Den Beinabschluss macht eine ganz simple Hosennaht, kein Zugband o.ä. Nun zum Taschensystem. Das ist sehr umfangreich und ausgeklügelt. Beginnen wir mal mit den normalen Hosentaschen. Der Bereich des Einschubs ist mit einer weiteren Lage Stoff verstärkt um Einreißen und Wellenbildung zu verhindern. Zudem sind sie innen mit einem dünneren Nylongewebe unterlegt um Gewicht und Platz zu sparen. Die Gesäßtaschen erinnern an die Tactical Pants von 5.11. Sie gehen nach vorn schräg abwärts und werden mit einer kleinen Klettfläche verschlossen. Sie sind recht großzügig bemessen, ebenfalls mit dem Nylon unterlegt und bieten zudem noch Platz für (jeweils) eine kleine, offene Einschubtasche. Sinnvoll für Tool, Folder, ggf. sogar ein Kurzwaffenmagazin. Die Oberschenkeltaschen sind flach gehalten, hier passt nicht viel hinein so scheint es. Doch auch hier macht sich das Elasthan wieder bemerkbar. Natürlich lässt es sich nicht unendlich belasten, aber die Dinge in den Oberschenkeltaschen werden gut ans Bein gepresst so das hier auch nichts schlackert und wackelt. Der Zugriff auf die Taschen erfolgt über einen langen Reissverschluss. Nicht meine erste Wahl aber zumindest schnell und ohne Fummelei zu öffnen. Seitlich angeschlossen findet sich eine kleine, aufgesetzte Einschubtasche mit Deckel. Auch hier findet sich platz für Handy, Folder oder (kurzes) Kurzwaffenmagazin. Doch damit sind wir noch nicht am Ende. Schaut man in die Hose fallen in Bundhöhe zwei schräge Innentaschen auf, welche nochmals Platz für schmale Gegenstände bieten. Hier wurde wohl an Kurzwaffenmagazine gedacht welche "verdeckt" getragen werden sollen. Und plötzlich macht der Klettverschluss als Hosenknopfersatz auch Sinn. damit kann man die Bundweite nach der Beladung regulieren. Ein robuster Metallreissverschluss als Hosenstall rundet die Sache ab. Als kleines "Schmackerl" gibts von Helikon-Tex den passenden Gürtel gleich mit dazu. Ein recht grobes Gurtband einfach mit dem Hotcutter schräg abgeschnitten. Dazu eine erstaunlich robuste Plastikschnalle, ohne viel Schnörkel. Leicht zu verschließen, leicht zu öffnen, wenig Gewicht - durchaus brauchbares Gimmick.
Fazit: Helikon-Tex bietet mit der UTL Hose ein Produkt an das sich vor seinen großen Mitbewerbern nicht verstecken muss. Sie ist sauber und haltbar verarbeitet, alle Nähte sind da wo sie sein sollen und mit viel Sorgfalt ausgeführt. Das Gewebe und der Schnitt ergänzen sich perfekt und bieten optimale Bewegungsfreiheit. Daher eignet sich die Hose durchaus auch zum Klettern oder fürs Trecking. Auch das Taschensystem ist sehr durchdacht und bietet mehr Möglichkeiten als die Hosen von 5.11 bei besserer Verarbeitung als jene von Blackhawk. 65 EUR sind für eine Hose nicht wenig, daran ändert auch der Gürtel nichts. Aber hier ist die Hose mal sein Geld wert.
Doch Achtung: Helikon scheint irgendwie mächtige Probleme mit den Größen zu haben. Während die SFU riesig groß ausfällt ist die UTL der selben Größe fast zu klein. Hier sollte man sich vom Fachmann beraten lassen! Und wie bei allen Helikon-Tex Produkten gilt: Aufgepasst! Es tummeln sich auf dem deutschen Markt einige (teils offiziell aussehende) Shops mit äußerst zweifelhaftem Ruf. Dazu gibt es z.B. bei Sierra-313 genug Leidensberichte von Leuten die auch nach langer Wartezeit nichts erhalten - aber längst bezahlt hatten. Lieber im BA Store (http://www.jamat.de/ba-store/shop/) bestellen, ein vernünftiges Lieferdatum genannt bekommen und die Ware auch tatsächlich erhalten!
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