Hatch Protektorensystem

 

Die Operation “Hasenjagd 2003“ war nicht nur ein riesen Spaß, sondern auch ein Härtetest für Mensch und Material. So zog sich Scorpion während eines Angriffs auf ein Gebäude eine häßlich blutende Knieverletzung zu, weil er über ein Drahtseil stolperte. Das war nicht nur ein klasse Stunt, sondern auch sehr lehrreich für alle Beteiligten — Schutzausrüstung macht eben doch Sinn, gerade im Orts- und Häuserkampf.

 

Wie allgemein bekannt, sind die gefährdetsten Körperteile Kopf, Ellenbogen und Knie — man spricht von den oberen und unteren Extremitäten. Um diese zu schützen stehen diverse Möglichkeiten in unterschiedlichen Preisklassen zur Verfügung — doch nicht alles was glänzt ist auch wirklich Gold. Nachdem ich euch bereits eine Bastelanleitung für Protektoren zum kleinen Preis zur Verfügung gestellt habe, folgt nun der Test des Hatch Protektorensystems. Die Firma Hatch kann auf langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von militärischer Schutzausrüstung zurückblicken und ist der offizielle Lieferant von Protektoren an die US Streitkräfte. Mit entsprechend hohen Erwartungen begutachtete ich also meine neuen Knie- und Ellenbogenschützer.

 

  

 

Der erste Eindruck ist sehr gut — die Knieschoner sind sehr großzügig bemessen und decken den zu schützenden Bereich voll ab. Alle Nähte sind sauber vernäht und wirken sehr stabil. Die Konstruktion ist einfach, aber wirkungsvoll — eine ovale Hartgummiplatte mit einer leichten Wölbung ist mit 8 Nieten mit einem Trägermaterial aus Nylon / Cordura verbunden. Hinter diesem Trägermaterial sitzt eine etwa 2 cm starke Schaumgummischicht, die als Dämpfungsmaterial fungiert. Zum Knie hin schließt die Konstruktion eine Art dichtes Mesh­Gewebe ab das den Schaumstoff auf dem Trägermaterial hält. Ein nützliches Feature auf der Innenseite des Schoners ist ein kleines Schild aufgenäht, auf dem der Name des Besitzers eingetragen werden kann. Stutzig machte mich jedoch der kleine Aufdruck“ Made in China“, welcher mich Schlimmes ahnen ließ. Doch dazu später. Am Gelenk hält wird der Protektor durch zwei ca. 4 cm starke elastische Bänder gehalten, welche mit breiten Klettverschlüssen über eine Öse gesichert werden.

 

Der erste Eindruck beim Anlegen der Protektoren — WOW — die spürt man ja kaum! Es fällt die flache Bauart ins Auge, die Protectoren stehen maximal 3 cm vom ausgestreckten Knie ab und behindern damit eigentlich gar nicht. Die Klettbänder ließen sich schnell und ohne Mühe anlegen — kein Gefummel. Auch beim Gehen konnte ich keine Probleme bemerken, keine Behinderungen oder lästiges Drücken. Das schnellere Laufen verlief ebenfalls sehr zufriedenstellend.

Besonders erwähnen möchte ich daß sie trotz der flachen Bauart nicht am Knie “wanderten“ sondern wie angenäht sicher die Position hielten.

 

   

 

Doch langsam zeigten sich auch die ersten Nachteile. Die elastischen Bänder wanderten konstruktionsbedingt langsam in die Kniekehle, und verursachten ein leichtes Drücken, was sich jedoch durch “glattziehen“ des Hosenstoffs in der Kniekehle auf ein ignorierbares Maß reduzieren ließ.

Nun zum Abknien — Während das Knie das den Boden berührte keine Probleme machte, ließen sich die Bänder des Protektors am oberen Knie schon deutlich merken — durch den starken Winkel zogen die Bänder am Grundstoff, der seinerseits am Hartgummi zog. Das bemerkt der Träger durch ein häßliches Zwicken in der Kniekehle das auf Dauer wirklich unangenehm werden kann. Ehrlicherweise muß man sagen — anders kann man einen Schoner nicht am Knie halten — also keine Schwäche des Hatch, sondern ein allgemeines Problem.

Doch leider blieb es nicht beim unangenehmen Zwicken. Bei einer etwas heftigeren Auseinandersetzung wurde der Stoff und die Nieten so stark belastet das die Nieten sich einfach aus dem Stoff verabschiedeten ! Das darf nun wirklich nicht sein !  

 

Bei genauem Betrachten der Fehlerstelle sieht man: der Nietenrand der die Hartgummiplatte mit dem Grundstoff verbunden hatte war nur  ca. 3mm stark! Nicht wie auf der Oberseite gut 6 mm. Zudem handelte es sich um eine einfache, billige Messingniete — kein Wunder also. Rächt sich an dieser Stelle das “Made in China“?

 

Doch nun zu den Ellenbogenschützern. Sie sind vom Grundgedanken her genau wie die Knieschoner aufgebaut, jedoch mit dem Unterschied das die Hartgummiplatte wie ein angewinkelter Ellenbogen geformt ist. Das Problem — richtigen Halt haben die Schützer nur bei leicht angewinkelten Ellenbogen —bei ausgestreckten Armen wandern sie munter am Gelenk umher oder rutschen nach vorn. Winkelt man den Ellenbogen dagegen richtig stark an, schmerzen wieder die Bänder am

Gelenk. Auch das ist konstruktionsbedingt nicht anders machbar.

  

Fazit — obwohl die negativen Aspekte schwer im Magen liegen, muß ich Hatch trotzdem in Schutz nehmen — die Schoner sind wirklich gut. Sie tun genau das was sie sollen — das Gelenk vor zu rapiden Belastungen schützen. Die Problematik der Bänder ist bei Protektoren aller Hersteller ein Thema — anders ist die Konstruktion eben nicht lösbar. Dabei muß ich feststellen daß sich die Belastung wirklich in Grenzen hält und eigentlich kaum ins Gewicht fällt. Auch die Konstruktion der Ellenbogenschützer ist durchdacht, denn in der Regel hat man die Waffe in der Hand und damit die Ellenbogen leicht angewinkelt.

 

Die verwendeten Materialien sind von hoher Qualität und eigentlich für die Ewigkeit gemacht. Ärgerlich und unverzeihlich sind jedoch die Nieten, welche (zumindest bei meinem Paar) ersetzt werden müssen. Insgesamt bietet Hatch zum Preis von 35 EURO (Knie) und 25 EURO (Ellenbogen) ein paar gute Protektoren an, die man jedem AS-Spieler empfehlen kann.

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