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Gerber Diesel Multi-Plier
Ein kleines Messer sollte bekanntlich jeder in der 1st Line haben. Manchem reicht ein kleiner Folder, der ein oder andere schwört auf sein BW stumpf (jetzt auch in Ausführung scharf zu haben...). Doch gerade fürs Feldlager oder Biwak muß es manchmal etwas mehr sein. Das Gerber Diesel Multi-Tool reiht sich in die Liga der hochpreisigen Tools von Leathermann und Victorinox ein, ob es mit den Marktführern mithalten kann, das wollen wir ermitteln.
Zunächst fällt auf dass das Gerber in matt-schwarzem Finish gehalten ist. Besonders für die „grüne Zunft“ natürlich ein Vorteil gegenüber den Edelstahl-Konkurenten. Diese Eloxierung ist sehr haltbar und kratzfest. Der Kratzversuch scheiterte ohne sichtbare Spuren auf dem Metall. Insgesamt wirkt das Gerber recht bullig und erinnert an das Super-Tool.
Wie das Gerber Multiplier hat auch das Diesel eine herausschiebbare Zange. Mittels zwei Drückern kann die Zange nach vorn aus dem Körper geschoben werden — erfahrene Benutzer schaffen das auch mit einer ruckartigen Handbewegung, weshalb man hier durchaus von Einhandbedienung reden kann. Die Zange an sich ist robust. Es handelt sich um eine Spitzzange mit Feinzahnung sowie Kombieinsatz. Auch ein Drahtschneider ist dabei, welcher sehr schnitthaltig ist.
Jedoch: alle weiteren Funktionen sind nicht von außen erreichbar sondern nur wenn die Zangenschenkel geöffnet sind. Die Zange muss also immer— unabhängig was man benötigt -geöffnet sein. Damit man auch schnell findet was man sucht sind auf den Schenkeln Symbole für die vier wichtigsten Werkzeuge eingestanzt. Leider so filigran das man sie bei Dunkelheit nicht ertasten kann. Alle innen liegenden Funktionen werden nach dem öffnen —wenn auch nicht ganz spielfrei — arretiert. Gelöst werden diese durch einen Federgelagerten Schieber an der Schenkelseite.
Gehen wir der Reihe nach vor. Auf der linken Seite finden sich ein sehr schnitthaltiges Messer mit 50% Wellenschliff — vor dem auch dickste Taue kapitulieren müssen. Es folgt ein breiter Schlitzschraubendreher, ein Kreuzschraubendreher (der eigentlich nur ein umgeformter Schlitzschraubendreher ist) sowie ein kleiner Schlitzschraubendreher. Den Abschluß bildet eine beidseitige Feile mit grober bzw. mittlerer Stärke.
Der rechte Schenkel macht mit einer sehr schaden und stabilen Klappschere den Anfang. Es folgt ein Dosenöffner, eine ausklappbare Öse sowie ein mittlerer Schlitzschraubendreher. Den Abschluss macht hier eine gut gezahnte Holzsäge.
Da das Tool eine recht „offene“ Bauweise hat, ist es natürlich sehr anfällig gegenüber Dreck alter Art. Doch je schmutziger das Tool ist, desto schwerer geht der Einhandmechanismus für die Zange — und ohne diese kann man das Tool ja bekanntlich nicht öffnen. Doch einen Vorteil hat das Gerber — man kann es mit normalen Torx-Schlüsseln nahezu komplett zerlegen und ausgiebig reinigen. Das ist z.B. beim Leatherman nicht möglich.
Im Lieferumfang ist eine Nylonscheide mit Klettverschluß. Die Gürtelschlaufe ist auch für sehr breite Gürtel geeignet und erstaunlich robust. Die Scheide ist recht weich und breit, liegt dadurch angenehm flach am Gürtel an und trägt scheinbar nicht so auf wie so manches Leatherman Holster.
Fazit: Die Konstruktion an sich macht das Gerber recht groß und schwer. Der Vorteil ist natürlich die leichte Reinigung und die schwarze Eloxierung. An den Marktführer Leatherman kommt das Diesel jedoch nicht heran. Dafür ist das Diesel mit seinen 90 EUR auch lockere 50 EUR günstiger als das gleich ausgestattete Leatherman Wave.
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