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TacGear Softshell Jacke
Unser Partner Dezentral-Munster hat uns die Softshell Jacke von Tacgear zukommen lassen. Wir haben sie unter die Lupe genommen. Allen die mit dem Begriff „Softshell“ nichts anfangen können möchten wir einen kleinen Abriss über die Softshell/Hardshell Idee anbieten:
Der Siegeszug der Softshell-Bekleidung ist ungebremst, dies liegt vor allem an ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und dem hohen Tragekomfort. In erster Linie sind sie als äußere Schicht gedacht und ergänzen hier die Hardshells (wasserdichte Jacken). Sie sind windabweisend oder winddicht (je nach Material) und wasserabweisend. Der Vorteil gegenüber wasserdichten Jacken ist ihr weicheres und dehnbares Material, das fehlende Rascheln einer typischen wasserdichten Jacke und die meist höheren Isolationswerte. Außerdem sind sie sehr atmungsaktiv. In 90% aller Wetterverhältnisse bieten Softshells genug Schutz. Erst, wenn es richtig pladdert, gelangen Softshells an ihre Grenzen. Es gibt entweder die Möglichkeit, die windabweisenden bzw. -dichten Eigenschaften mit einer Membran (z. B. Gore Tex Windstopper, 100% dicht oder Powershield, perforierte Membran, 98% dicht) zu erreichen oder aber durch die Webart der Stoffe. Die stark windabweisenden Stoffe haben den Vorteil, dass sie hoch atmungsaktiv sind. Die winddichten Materialien bieten dafür 100%igen Schutz.
Die TacGear Softshell bewegt sich mit ihren 159 EUR im unteren bis mittleren Preissegment für diese Jacken.
Ersteindruck: Der Ersteindruck ist überraschend. Wer vom Namen Softshell auf eine weiche, anschmiegsame Jacke hofft, der wird — zumindest im ersten Moment — enttäuscht. Die Jacke wirkt recht steif. Was sofort ins Auge fällt sind die komplett mit Gummilippen versehenen Reißverschlüsse — und von denen gibt es verflixt viele. Die Jacke ist sehr leicht und wirkt dennoch robust. Doch arbeiten wir uns systematisch voran:
Material und Verarbeitung: Als erstes sei festgestellt — das Material ist durchweg hochwertig. YKK Reisverschlüsse seien dabei nur als ein Merkmal genannt. Das Obermaterial ist ein wasser- und winddichtes, dabei atmungsaktives Gewebe. Das Interessante dabei: Das Obergewebe besteht aus einem 4-Wege Stretch-Material in Ripstop Webart mit einer 10.000mm Wassersäule. Zum Vergleich ein durchschnittliches Zelt hat zwischen 5-8.000mm. Das Innenfutter besteht aus einem kuscheligen Microfleece sowie einem sehr glatten Nylonfutter, das 100% wasserdicht ist.
Die Verarbeitung ist ebenfalls gelungen. keine schiefen Nähte, keine überstehenden Fäden. Man kann sagen das Material und Verarbeitung dem Preis angemessen sind.
Kommen wir zum Aufbau: Die Jacke ist relativ eng anliegend, was seine Funktion als Softshell nochmals unterstreicht.
Vom Kragen abwärts ist die Jacke komplett mit Microfleece gefüttert. Die einzige Ausnahme bildet die Frontpartie welche über den sehr dünnen und 100% wasserdichten Nylonstoff verfügt. Der hohe Sturmkragen ist über einen Tanka am Genick verstellbar. Er fällt sehr hoch und auch recht eng aus so dass dieser auch wirklich dicht am Hals abschließt und weder Wasser noch Wind eindringen kann.
Die Aufteilung der Arme erinnert etwas an den Sabre Snipersmock, sowohl an beiden Oberarmen als auch an den Unterarmen finden sich Reisverschlusstaschen, die erstaunlich geräumig ausfallen. Den Abschluss macht ein Klettverstellband an den Bündchen. Ich hätte mir hier persönlich lieber Strickbündchen gewünscht. TacGear like sind die Oberarme großzügig mit Klettfläche versehen — ob man es braucht oder nicht mag jeder für sich selbst beantworten. Die Fütterung der Arme ist gut durchdacht – an der Oberseite wieder der dichte Nylonstoff – an der Unterseite das Microfleece. Nettes Feature – an der Unterseite der Unterarme ist außen Cordura vernäht, was die Haltbarkeit dieser – beanspruchten – Stelle stark erhöht.
Apropos Klett — für Namensschild und andere schmale Patches ist an der Brust ebenfalls beidseitig genug Platz. Und wo wir einmal hier sind, können wir auch gleich weitergehen. Zwei senkrechte Brusttaschen bieten ausreichend viel Platz und sind (übrigens wie alle Taschen) innen mit dem wasserdichten Nylonmaterial versehen. So kann also auch Nässe von innen (z.B. Schweiß) nicht den Inhalt der Taschen angreifen. Weiter unten finden sich dann noch zwei obligatorische Einschubtaschen für die Hände.
Am unteren Ende sind auf beiden Seiten Tankas angebracht mit denen der untere Saum per Gummizug reguliert werden kann. Und zwar vorne und hinten getrennt! Warum wird später noch klar. Der Frontreissverschluß ist trotz der langen Gummilippen leichtgängig und innen natürlich mit einer Abdeckleiste versehen, so dass hier wirklich nichts mehr schief gehen kann.
Und noch ein weiteres Feature fällt auf: die Belüftungsöffnung unter den Armen birgt noch eine Überraschung. Diese kann man nicht nur originär als Belüftungsöffnungen benutzen, sondern sie sind bis zum Tallienende durchgezogen. Man kann sie also auch von unten öffnen. Was soll das bringen ? Ganz einfach: Trägt man die Softshell solo mit Rucksack, kann man den Beckengurt bequem dort durchführen und fühlt sich nicht von der Jacke beengt. Eine ausgezeichnete Lösung, auf die ich schon lange gewartet habe.
Praxistest: Ein anstehender Marsch bei schlechtem Wetter bot die ideale Gelegenheit die Softshell zu testen. Mit 20kg Gepäck ging es zunächst einige Kilometer voran, die Softshell unter dem Smock. Durch seine enganliegende Bauart trägt die Jacke nicht auf und stört auch nicht bei den Bewegungen. Das einzige zu Bemängeln ist die teilweise „Steifigkeit“ in den Armen — was wohl auch an den großen Klettflächen liegt. Die werde ich also noch entfernen. Dank des Microfleece wurde es schnell angenehm warm, allerdings nicht zu warm, man schwitze sich nicht sonderlich ab.
Der hochschließende Kragen schützte gegen den mittlerweile fiesen Wind. Nachdem es zu regnen begann wollte ich es wissen: Den (imprägnierten) Smock aus, und nur mit der Softshell als Oberbekleidung weiter. Ich gebe zu dass ich zunächst Bedenken hatte. Doch der Regen hielt an und die Kilometer purzelten. Besonders praktisch erwiesen sich die Reissverschlüsse bis zum Tallienende, die ich ca. 15 cm weit öffnete um den Hüftgurt bequem durchzuführen. So spannte nichts und der Tragekomfort wurde deutlich erhöht. Das Wasser perlte nur so vom Material ab und drang an keiner Stelle durch. Auch der Kragen hielt dicht da er so eng anliegt. Selbes galt für die in den Taschen verstauten „Testobjekte“ — primär Papiertaschentücher um eventuelle Undichtigkeiten sofort erkennen zu können. Nach einigen Kilometern wurde es etwas kühler in der Jacke, nicht so kühl das man etwas gegen unternehmen müsste, aber man merkte es. Allerdings muss man der Softshell zu Gute halten dass ich nur ein normales T-Shirt drunter hatte, keine Funktionswäsche. Nach 10km war das natürlich nass geschwitzt. Der Wind war ziemlich kühl und der Regen tat sein übriges. Obwohl die Softshell ja nicht als „solo“ gedacht ist, schlug sie sich auch unter diesen Umständen noch hervorragend. Nach Beendigung des Marschs ging es an die Überprüfung. Die Taschentücher waren alle trocken. Die Taschen sind also alle dicht, was wohl nicht nur dem guten Material, sondern auch den Gummilippen an den Reissverschlüssen zu verdanken ist. Feuchtigkeit fand sich innen wenig — und stammte nur von mir selbst. Nach ca. einer Stunde in Raumtemperatur war das gute Stück auch wieder trocken — hervorragend!
Die TacGear Softshell hat sich bei mir einen festen Platz im Rucksack bzw. am Körper gesichert. Die Kombination aus Wasser- und Winddichtigkeit mit dem geringen Gewicht und den sehr guten Trageeigenschaften hat überzeugt. Die vielen Taschen bieten im B-Stand, aber auch im Feldlager oder auf einem einfachen Marsch mehr als genug Platz. Das auffällige Design (durch die Gummilippen) und das hochwertig und teuer aussehende Material machen die Jacke aber auch im Zivilleben zu einem Hingucker. Durchaus alltagstauglich im Großstadtdschungel. Klar, 159 EUR sind kein Pappenstiel. Aber die Flexibilität mit der diese Jacke eingesetzt werden kann und ihre hohe Haltbarkeit rechtfertigt den Preis allemal.
Ihr bekommt sie bei Dezentral-Munster: http://www.dezentral-munster.de Achtung — die Jacken fallen sehr groß aus. Lasst euch deshalb am Besten vom Inhaber Hannes Knoch beraten!
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